Wie Fluggesellschaften entscheiden, wohin sie fliegen
Haben Sie sich jemals gefragt, wie Fluggesellschaften entscheiden, wohin sie fliegen, und warum einige Strecken über Nacht entstehen, während andere nie zustande kommen?
Die Planung von Flugrouten ist keine Glückssache. Es ist eine Mischung aus Netzwerkstrategie, Marktnachfrage, Flughafenbeschränkungen und einer genauen Betrachtung von Einnahmen versus Kosten. Im Folgenden finden Sie eine klare, praktische Aufschlüsselung, wie Fluggesellschaften neue Routen auswählen, alte beibehalten und Verbindungen aufbauen, die das gesamte System funktionieren lassen.
✈️ Wie Fluggesellschaften entscheiden, wohin sie fliegen
Fluggesellschaften verwenden einen Prozess, der oft als Netzwerkplanung oder Routenplanungbezeichnet wird. Das Ziel ist einfach: das richtige Flugzeug zur richtigen Zeit auf die richtige Route zu setzen, zu einem Preis, den die Leute bereit sind zu zahlen, und dabei trotzdem Gewinn zu machen.
Die Netzwerkplanung teilt sich normalerweise in drei Teile auf:
- Netzwerkstrategie: Was die Fluggesellschaft sein möchte (Drehkreuzfluggesellschaft, Billigflieger mit Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, regionale Zubringerfluggesellschaft, Langstreckenspezialist).
- Marktauswahl: Welche Stadtverbindungen genügend Nachfrage haben und um welche Art von Nachfrage es sich handelt.
- Gewinntest: Kann die Route mehr einbringen als sie kostet – nach Abzug von Flugzeugen, Crews, Treibstoff, Gebühren und Verkaufskosten.
🗺️ Grundlagen der Netzwerkplanung: Drehkreuz- und Zubringermodell vs. Punkt-zu-Punkt
Die meisten Routenentscheidungen beginnen mit der Netzwerkstruktur der Fluggesellschaft.
Drehkreuz- und Zubringerfluggesellschaften (viele Vollservicefluggesellschaften) konzentrieren ihre Flüge auf Drehkreuzflughäfen. Dies schafft viele Anschlüsse, was ihnen ermöglicht, viel mehr Reisen zu verkaufen als nur die lokale Städteverbindung allein.
Punkt-zu-Punkt-Fluggesellschaften (viele Billigfluggesellschaften) konzentrieren sich auf Direktflüge, wo die lokale Nachfrage stark ist, die Kosten niedrig sind und Flugzeuge pro Tag mehr Stunden mit schnellen Umlaufzeiten fliegen können.
Viele Fluggesellschaften nutzen ein Hybridmodell. Sie betreiben möglicherweise ein Drehkreuz für Langstreckenflüge und bedienen gleichzeitig Kurzstrecken im Punkt-zu-Punkt-Modell, wo dies sinnvoll ist.
🔗 Anschlüsse: Warum sie so wichtig sind
Eine neue Route dreht sich oft nicht nur um Passagiere, die von A nach B fliegen. Es geht um Menschen, die durch durch B fliegen.
Fluggesellschaften schätzen zwei wichtige Nachfragepools ein:
- O&D-Nachfrage (Ursprung und Ziel): Leute, die nur von A nach B wollen.
- Anschlussnachfrage: Leute, die von A zum Drehkreuz und dann vom Drehkreuz nach C (oder darüber hinaus) fliegen werden.
An einem Drehkreuz kann ein neuer Flug viele neue Ein-Stopp-Möglichkeiten freischalten. Dies kann einen schwachen lokalen Markt in eine profitable Route verwandeln, da das Flugzeug von mehreren Zubringerstädten gefüllt wird.
Planer achten auch auf Anschlussqualität:
- Mindestanschlusszeiten und wie zuverlässig Anschlüsse sind
- Bankstruktur (Wellen von Ankünften und Abflügen)
- Wie viele Anschlüsse der Fahrplan zu günstigen Tageszeiten schafft
- Wie viel zusätzliche Reisezeit ein Ein-Stopp im Vergleich zu Wettbewerbern hinzufügt
📊 Marktgöße: Wie Fluggesellschaften die Nachfrage messen
Marktgröße bedeutet nicht nur „Bevölkerung“. Fluggesellschaften nutzen Nachfragesignale, um abzuschätzen, wie viele Passagiere tatsächlich Tickets kaufen werden.
Häufige Eingaben sind:
- Historischer Verkehr zwischen den Städten (einschließlich indirekter Reisen)
- Geschäftlich vs. Freizeitmix (beeinflusst Preise und Saisonalität)
- Einkommen und Tourismustreiber wie Resorts, Veranstaltungen, Schulen, Regierung, Industrie
- Besuche bei Freunden und Verwandten Muster (oft preissensibel, aber stabil)
- Saisonalität (Sommerhochs, Winterskisaison, Feiertagsauslastungen)
Planer überprüfen auch, ob die Nachfrage bereits gut bedient wird. Wenn Reisende bereits gute Ein-Stopp-Optionen haben, muss ein neuer Nonstop-Flug in Bezug auf Zeit, Preis oder beides punkten.
💰 Potenzielle Einnahmen: Ticketpreise, Erträge und der „Profit-Test“ der Route
Nach der Nachfrage kommen die Einnahmen. Fluggesellschaften schätzen, was sie realistisch pro Sitzplatz verdienen können, nicht nur wie viele Sitze sie verkaufen können.
Wichtige Umsatzideen bei der Routenplanung von Fluggesellschaften:
- Ergiebigkeit: Erlös pro Passagiermeile oder -kilometer, im Wesentlichen wie „teuer“ der Markt ist.
- RASM: Erlös pro verfügbarer Sitzmeile, eine gängige Methode, um Routen zu vergleichen.
- Auslastungsgrad: Wie voll das Flugzeug sein muss, damit es funktioniert.
- Verlust und Wiedergewinnung: Wie viele Kunden auf vollen Flügen abgewiesen werden und ob die Fluggesellschaft sie auf anderen Flügen behalten kann.
Dann kommt der schwierige Teil: die Kosten.
Selbst eine beliebte Route kann eine schlechte Route sein, wenn die Kosten zu hoch sind. Planer modellieren:
- Treibstoffverbrauch und Blockzeit (von Gate zu Gate)
- Personalkosten und Hotelkosten bei Übernachtungen
- Wartungsauswirkungen und Flugzeugauslastung
- Flughafen- und Luftraumnutzungsgebühren
- Bodenabfertigung und Stationierungskosten
- Vertriebskosten und Verteilungskosten
Die Route macht nur Sinn, wenn die erwarteten Einnahmen die erwarteten Kosten mit einem gewissen Spielraum übertreffen und wenn sie den Rest des Fahrplans nicht beeinträchtigt.
🏁 Wettbewerb: Wer fliegt noch, und was können sie verlangen
Der Wettbewerb kann eine Routenentscheidung positiv oder negativ beeinflussen.
Fluggesellschaften betrachten:
- Direkte Wettbewerber auf demselben Streckenpaar
- Indirekte Wettbewerber die Ein-Stopp-Optionen über ihre Drehkreuze anbieten
- Kostendruck durch Billigflieger (oft senkt dies schnell die Ticketpreise)
- Flughafendominanz (eine Fluggesellschaft mit vielen Gates und Flügen kann ihren Marktanteil verteidigen)
Sie berücksichtigen auch das „Reaktionsrisiko“. Wenn ein Rivale schnell Kapazität nachziehen kann, könnte die neue Route in einen Preiskampf ausarten.
🛬 Betriebliche Einschränkungen: Flughäfen, Flugzeuge, Slots und Realität
Eine Route kann auf dem Papier perfekt aussehen und dennoch in der Praxis scheitern.
Häufige Einschränkungen:
- Slots: Manche Flughäfen begrenzen Starts und Landungen, besonders zu Spitzenzeiten.
- Gates und Bodenressourcen: Gateverfügbarkeit, Gepäcksysteme, Personal.
- Reichweite und Leistung des Flugzeugs: heiße Wetterbedingungen, kurze Startbahnen, Nutzlastgrenzen.
- Flottenpassung: Die Größe des Flugzeugs muss zur Nachfrage passen, und die Fluggesellschaft muss das Flugzeug verfügbar haben.
- Zeitplananpassung: Die Flugzeit muss gut mit den Drehkreuzen harmonieren und keine Crewregeln verletzen.
Deshalb starten viele Fluggesellschaften Routen mit begrenzter Frequenz und erhöhen die Flüge, wenn die Performance stark ist.
📈 Wie Fluggesellschaften Frequenz und Timing wählen
Die Wahl eines Städtepaars ist nur die halbe Arbeit. Fluggesellschaften entscheiden sich auch für:
- Frequenz: Mehr Flüge gewinnen oft Geschäftsreisende und verbessern Verbindungsmöglichkeiten.
- Abflugzeiten: Morgens- und Abendspitzen sind wichtig für Geschäftsnachfrage, Banken sind wichtig an Drehkreuzen.
- Flugzeuggröße: Größeres Flugzeug mit weniger Frequenzen oder kleineres Flugzeug mit mehr Frequenzen.
Für viele Routen ist die Frequenz eine Wettbewerbswaffe. Eine Fluggesellschaft mit besserem Timing kann Marktanteile gewinnen, selbst bei ähnlichen Preisen.
🧪 Neustart einer Route: Wie Fluggesellschaften Risiken reduzieren
Fluggesellschaften gehen selten sofort „All-in“. Übliche Taktiken:
- Saisonbetrieb Zuerst saisonal, dann ganzjährig, wenn es funktioniert
- Begrenzte wöchentliche Frequenzen Um die Nachfrage zu testen
- Anpassung der Größe Mit kleineren Flugzeugen, bevor aufgerüstet wird
- Partnerschaftsfeed Über Codeshare- oder Interline-Abkommen
- Einführungstarife Um Bewusstsein zu schaffen und Nachfrage zu stimulieren
Nach dem Start wird die Leistung der Strecken genau überwacht. Wenn die Auslastungsrate, Erträge oder Kosten die Ziele verfehlen, kann die Fluggesellschaft den Fahrplan anpassen, die Flugzeuge wechseln oder den Markt verlassen.


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